Gebärdensprache

Gebärdensprache ist das ideale Medium um Sprache anzubieten und Lautsprache anzubahnen, wo sie (noch) nicht vorhanden ist, oder Kommunikation von visueller und senso-motorischer Unterstützung profitieren kann. Gebärdensprache ist ein Bestandteil der Unterstützten Kommunikation.**

Sobald ein Kind mit dem Zeigefinger zeigt oder “da” sagt, ist es in dem Alter um Gebärden lernen und benutzen zu können. Das kann mit 8 Monaten sein oder auch früher und später. Dieser Fingerzeig macht deutlich, dass das Kind ein Bild hat von etwas . Es möchte darauf hinweisen, darüber “reden” oder etwas haben. Sobald etwas “begriffen” wurde, fehlt für die Kommunikation nur noch ein “Begriff”. Das kann eine Bildkarte, ein Foto sein, aber am unkompliziertesten ist eine Gebärde. Kind und Eltern haben die Hände meistens dabei…:) Das lautsprachliche Angebot “Ja, da ist ein Krokodil!” lässt im Kind die innere Sprache wachsen. Bis aber dem Kind eine solche Lautfolge lautsprachlich möglich ist, vergehen oft noch viele Monate, Monate der Einbahnstraßen-Kommunikation. Dabei ist die Gebärde “Krokodil” sehr einfach: Zwei Arme mimen das Öffnen und Schließen des Krokodilmauls nach. Und sobald ihr Kind die Gebärde Krokodil gelernt hat, werden sie erstaunt sein, wo überall es Krokodile sieht und wie stolz es seine Errungenschaft demonstriert.  Mit jeder gelungenen Kommunikation wächst das Selbstbewusstsein und die Bereitschaft noch mehr zu lernen. Was wollen wir mehr?

**Unterstützte Kommunikation, dieser Fachbegriff soll niemanden abschrecken!  Kommunikation ist ein Grundrecht und wer etwas Einfühlungsvermögen hat, wird niemandem die Möglichkeit dazu vorenthalten!  Und wenn wir uns umschauen, sind in unserem Kulturbereich zahlreiche Gebärden üblich, weit über “Kopfnicken” und “Kopfschütteln” hinaus wir müssen das nur konsequent nutzen und ausbauen!

Mit Gebärden helfen wir Kindern mit Imigrationshintergrund in die Lautsprache (ohne sie völlig von ihrer Muttersprache abzukoppeln weil die Gebärden auch in der Familie verstanden werden können), mit Gebärden machen wir Satzbau sichtbar und begreifbar, helfen wir “late Talkern” schon früh in eine aktive, differenzierte Kommunikation aufzubauen.

Aber auch Erwachsenen, Menschen nach Sprachverlust, Menschen mit Demenz oder einfach nur uns selbst, wenn uns im Urlaub das Wort für Telefonbuch nicht einfällt….Trotz der vielen regionalen Ausprägungen der Gebärdensprache werden bis zu 30 % der Gebärden weltweit verstanden!

Bei den vielen Vorzügen sollte Gebärdensprache zur Allgemeinbildung gehören. Das würde die Völkerversändigung enorm fördern!